Einstufung in Nationalen Qualifikationsrahmen

von Donnerstag, 18. Okt. 2018News0 Kommentare

ForModula bildet auf dem Niveau von Schweizer Berufsprüfungen aus. Für den Bildungsgang Katechese hat dies nun das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) in Zollikofen festgestellt. Es ordnete den kirchlichen Fachausweis Katechese auf das Niveau 5 des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) Berufsbildung ein, was dem Standard für eidgenössische Fachausweise entspricht. Das entsprechende Gutachten beauftragte der Bildungsrat der katholischen Kirche in der Deutschschweiz. Infolge des erfreulichen Ergebnisses aktualisierte er an seiner vergangenen Sitzung vom 31. August 2018 auch die Modulbeschreibungen der Pflicht- und Wahlpflichtmodule, die auf die Abschlussprüfung vorbereiten.

Transparenz für kirchliche Berufsbildung

Der NQR Berufsbildung ist ein Transparenzinstrument: Er erleichtert die Orientierung im Bildungssystem. Dazu wurden acht Niveaustufen definiert, in die sämtliche formale Abschlüsse der Berufsbildung eingestuft werden. Damit änderte sich 2014 die verbindliche Skala für die Bildungsniveaus. Mit Hilfe des von der EU erarbeiteten Europäischen Qualifikationsrahmens als Referenzinstrument sind die Schweizer Abschlüsse mit denen anderer Länder vergleichbar. Die Einstufung durch das EHB erfolgt einzeln für jeden Abschluss anhand der Kompetenzen, die eine qualifizierte Berufsperson aufweist. Eine Einstufung hat aber keinen Einfluss auf die Anerkennung eines Abschlusses, den Titel oder die Zulassung zu anderen Bildungsangeboten.

Für die Kirche bedeutet die Einstufung vor allem Rechenschaft über das Qualifikationsniveau des eigenen Bildungsangebots. ForModula war 2009 mit genau dem Anspruch gestartet, der heute bestätigt wird: auf dem Niveau von eidgenössischen Berufsprüfungen auszubilden. Im Rahmen einer Evaluation zeigte sich jedoch, dass die damals noch anerkannte fünfstufige Skala veraltet ist. Eine offizielle Einordnung gab es damals für ForModula noch nicht. «Für die Zukunft hat der Bildungsrat aber eine sichere Aussage darüber benötigt, was ForModula für Katechetinnen und Katecheten derzeit leistet», erklärt Abt Urban Federer, Präsident des Bildungsrates. Angeregt hatte diese Klärung, auch im Namen anderer Modulanbieter, die Fachstelle Religionspädagogik in Bern.

ForModula entspricht dem Berufsbild

Mit dem Ergebnis zeigt sich Federer zufrieden: «Das Gutachten dokumentiert den gleichbleibend hohen Wert der Berufsbildung für Katechese und Religionsunterricht in ForModula.» Der Bereich Fachkompetenz liegt sogar leicht über dem durchschnittlich berechneten Ausbildungsniveau, weil die Vorbereitung und Durchführung von Lektionen eine gewisse Spezialisierung erfordern. Katechetinnen und Katecheten müssen vor allem interdisziplinär arbeiten können. Sie müssen ihre theologischen, spirituellen, liturgischen, entwicklungspsychologischen, pädagogischen und didaktischen Kompetenzen in den Lektionen immer wieder zusammenbringen und ihre Arbeit sorgfältig reflektieren.

Für Patrik Böhler, Ausbildungsleiter an der Fachstelle Religionspädagogik in Bern, bedeutet das Ergebnis zudem, «dass Katechetinnen und Katecheten mit dem Berufsabschluss von ForModula in Pfarreien und Pastoralräumen selbständig Aufgaben übernehmen können, welche über den klassischen Religionsunterricht herausgehen.» Die Module vermittelten schliesslich auch Kompetenzen im Bereich Liturgiegestaltung, der Gestaltung spiritueller Prozesse und Erwachsenenarbeit. Viele Zusatzqualifikationen können mit Wahlmodulen erworben werden.

Würde ein niedrigeres Ausbildungsniveau angesetzt, könnte man dies alles von Katechetinnen und Katecheten nicht mehr erwarten. Ihre beruflichen Aufgaben müssten in diesem Fall neu beschrieben und der Grad ihrer Selbstständigkeit gesenkt werden. ForModula bietet dagegen die erforderliche Ausbildung, die dem Berufsbild «Katechet/in» der ehemaligen Interdiözesanen Katechetischen Kommission (2004) und der Berufsrealität entspricht. Das anerkannte Berufsbild sowie die Modulbeschreibungen und Beurteilungsraster der einzelnen Kompetenznachweise und der Abschlussprüfung von ForModula liegen der Einstufung zugrunde.