Anschluss zu Gemeindeanimation HF

Kirchliche Jugendarbeitende mit Fachausweis sparen ein Jahr an einer Höheren Fachschule (HF) für Gemeindeanimation. Dies bestätigte Peter Zumbühl, Schulleiter der von Artiset Bildung getragenen hfg in Luzern, schriftlich gegenüber dem ausbildungsverbundjugendarbeitTBI. Gemäss Absprache mit SAVOIRSOCIAL, dem Schweizerischen Dachverband für die Berufsbildung im Sozialbereich, rechnen beide aktuellen HF-Standorte in Aarau und Luzern den Fachausweis als Bildungsleistung an. Für unsere Absolvierenden ist dies eine sehr gute Nachricht. ForModula gewinnt an Attraktivität nach dem Grundsatz: Kein Abschluss ohne Anschluss.
Gemeindeanimation: Zusammenhalt und Lebensqualität
Mit dieser Anerkennung schliesst sich ein Kreis: Die Entwicklung hin einer HF für Gemeindeanimation war auch von der kirchlichen Jugendarbeit mitgetragen worden. Die Ziele und Arbeitsweisen von Gemeindeanimation entsprechen einem diakonischen Verständnis von Jugendarbeit.
In Gemeinden oder Quartieren setzen sich Gemeindeanimator:innen für bessere Lebensbedingungen ein, besonders für sozial benachteiligte Gruppen. Sie fördern Partizipation und arbeiten gemeinwesen- und sozialraumorientiert. Interessen, Wille und Ressourcen der Menschen vor Ort sind damit ihre Bezugspunkte. Sie unterstützen Eigeninitiativen und Aktivitäten zur Selbsthilfe. Dafür stellen sie Kontakte her, pflegen Netzwerke, vermitteln zwischen lokalen Akteuren, Fachstellen, Milieus, Altersgruppen, Profis und Freiwilligen, vernetzen diese miteinander und fördern den Dialog zwischen verschiedenen Interessengruppen.

Standardisierte Anerkennung
Damit gilt nun: Wer in ForModula den Fachausweis für Jugendarbeit erworben hat, braucht an einer Höheren Fachschule für Gemeindeanimation nur noch 3 Jahre bis zum Abschluss des berufsintegrierten Studiengangs. Es werden 1’800 Lernstunden angerechnet. Vorbehalten bleibt der erfolgreiche Abschluss des ordentlichen Aufnahmeverfahrens der Schulen. Gemäss dem eidgenössischen Rahmenlehrplan können Bildungsanbieter erbrachte Bildungsleistungen «sur dossier» anrechnen. Für ForModula wurde dies nun nach Absprache mit SAVOIRSOCIAL standardisiert.
Zwei HF-Standorte: Aarau und Luzern
Aktuell bieten zwei Schulen der Deutschschweiz den berufsintegrierten Studiengang an: Die Höhere Fachschule für Gemeindeanimation (hfg) in Luzern war die erste HF für diesen Beruf. Getragen wird sie von der Bildungsabteilung von ARTISET, der Föderation der Dienstleister für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Die hfg residiert in demselben Gebäude im Abendweg, in dem auch der Fachbereich Pastoral der Katholischen Landeskirche Luzern seinen Sitz hat.
Das Theologisch-Diakonische Seminar (TDS) in Aarau mit freikirchlichem Hintegrund ist auch der typische Ausbildungsort für evangelisch-reformierte Sozialdiakon:innen. Hier kann der eidgenössisch anerkannte HF-Studiengang mit einer theologisch-kirchlichen Weiterbildung kombiniert werden. Der Fachausweis für Kirchliche Jugendarbeit wird damit nochmals ökumenisch attraktiver.